...dass 49% der Kanadier zumindest 'moderat' sportlich aktiv sind? ...und dass 28% weniger als 1000 Schritte am Tag gehen? |
Ureinwohner
First Nations
Mit First Nations (französisch: Premières nations, deutsch: Erste Nationen) werden alle indigenen Völker in Kanada bezeichnet, ausgenommen die Métis (Nachkommen von Cree und Europäern) und die im Norden lebenden Inuit. Sollen diese ebenfalls eingeschlossen werden, werden gelegentlich die Begriffe First Peoples (Erste Völker) oder Aboriginal Peoples (Ureinwohnervölker) gebraucht.
Häufig wird mit dem Begriff First Nations keine ethnische Zuordnung vorgenommen, sondern eine politische, was manchmal dazu führt, dass damit die Regierung der jeweiligen Ethnie gemeint ist. Auch werden damit gelegentlich Individuen bezeichnet – in der Form First Nations People – doch ist die Bezeichnung Indianer hier viel häufiger anzutreffen, auch wenn sie umstritten ist.
Der Begriff First Nations tauchte wohl Anfang der 1980er Jahre erstmals auf. Damit wurde ein Begriff geschaffen, der sich von dem in Kanada ebenfalls gebräuchlichen Begriff Indian Tribe oder Band erheblich unterscheidet. Das gilt allerdings weniger für den Gebrauch im Alltag, als für den juristischen und den politischen Bereich. Eine Nation kann sich auf das Völkerrecht berufen, das häufig als „internationales Recht“ bezeichnet wird, eine ethnische Gruppe nur auf Minderheitenschutz.
Von den rund 700.000 Menschen, die sich als Indianer verstehen, zählen etwa 565.000 zu den 632 vom Staat anerkannten Stämmen, von denen allein fast 200 in British Columbia leben. Nur sie gelten im Sinne des zuständigen Ministeriums, des Department of Indian Affairs, juristisch als Indians. Etwa 133.000 gehören keinem Stamm an, gehören also zu den First Nations und sind dennoch im juristischen Sinne keine Indianer. Der Staat bestimmt also, ob eine Gruppe einen Stamm darstellt und ob ein Angehöriger einer First Nation ein Indianer ist. Dieser Definitionsgewalt setzt der Begriff der First Nations das Bestimmungsrecht der Ureinwohner entgegen. Zudem ist der staatliche Gebrauch außerhalb der Rechtssphäre unpräzise. Im Deutschen ist der Begriff „Indianer“ gleichfalls nicht unbelastet (siehe Indianerbild im deutschen Sprachraum), dennoch soll er hier aus Verständnisgründen gebraucht werden.
Überblick
Die indianischen Kulturen lassen sich in Kanada in fünf Kulturareale unterteilen, die sehr unterschiedliche natürliche Bedingungen aufweisen. Diese erforderten Anpassungen, die die Kulturen bis heute prägen. Während im Norden und in den Graslandschaften des Zentrums lange nomadische Gruppen vorherrschten, waren dies im Westen und Osten sesshafte, zum Teil bäuerliche oder saisonal in bestimmten Gebieten wandernde Gruppen, bei denen Fischfang von großer Bedeutung war, bei einigen Gruppen auch Robbenjagd. Dazu kamen im Westen Walfänger. Diesen Lebensformen waren auch die Behausungen angepasst, von denen Tipi und Wigwam die bekanntesten sind, doch entwickelten sich an den Großen Seen und im Westen auch Großdörfer mit Langhäusern. Vielfach bestanden Stammeskonföderationen. Schamanen waren von großer Bedeutung.
Die um 1500 beginnende Phase der Handelskontakte mit Europäern ging nach 1600 in die koloniale Phase über, in der europäische Siedler zunehmend Land beanspruchten und in der viele Stämme durch Epidemien ausgelöscht wurden. Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Reservate und Kanada versuchte, die Indianer zu assimilieren, indem sie zu Bauern erzogen werden sollten. Bis in die 1970er Jahre besuchten fast alle Kinder internatartige Schulen, in denen sie ihre Sprache nicht gebrauchen durften. Erst ab 1960 durften die Indianer erstmals an Wahlen auf Bundesebene teilnehmen, die letzten Internate wurden in den 1980er Jahren aufgelöst.
Innerhalb der First Nations besteht vielfach das traditionelle, auf voreuropäische Wurzeln zurückgehende Herrschaftssystem mit einem erblichen Häuptlingstum fort, jedoch in Konkurrenz mit dem von Kanada initiierten System der gewählten Häuptlinge und ihrer Berater. Während die First Nations sich auf Verträge berufen und zunehmend quasi-staatliche Autorität in festen Territorien verlangen[2], betrachtet Kanadas Regierung die Indianer eher als Gruppen von Individuen, und einige Provinzen versuchen eine Privatisierung des Landes durchzusetzen, das bisher dem jeweiligen Stamm als Ganzes gehört.
Einige First Nations sind zu einem gewissen Wohlstand gekommen, viele leiden jedoch unter Armut und gravierenden sozialen Problemen. Das gilt vor allem für ländlich lebende Gruppen, deren natürliche Umgebung durch Rohstoffexploration (Uran, Ölschiefer, vor allem in Saskatchewan, Ontario, Québec und Alberta), Militärbasen (Cold Lake, Goose Bay[3]) und Holzeinschlag (vor allem in British Columbia, aber auch in den anderen Provinzen) zerstört worden ist. Dennoch entwickeln sich überregionale Kultur- und Wirtschaftsbündnisse, die inzwischen auch weit entfernt lebende indigene Völker einschließen.
Dabei sind Bildung und Ausbildung von großer Bedeutung, und auch die Hochschulbildung kann seit 2003 an der First-Nations-Universität von Kanada in Saskatchewan absolviert werden. Viele der kleinen Sprachen sind vom Aussterben bedroht, doch bemühen sich die Stämme und einige staatliche Einrichtungen um ihren Erhalt. Die Sprache mit den meisten Sprechern ist das Cree.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ureinwohner aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.








