...dass 42% alle Kanadier für die Wiedereinführung der Todesstrafe sind? ...oder dass 55% das Marihuana-Rauchen nicht als Straftat ansehen? |
Tradition & Bräuche
In Kanada werden zahlreiche unterschiedliche Traditionen gepflegt, die sich in erster Linie aus den verschiedenen Herkunftsländern der zahlreichen Einwanderer ergeben. Die ersten Bewohner Kanadas waren Indianer und Eskimos, deren Anteil heute noch etwa zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen. Später kamen Einwanderer aus verschiedensten europäischen Ländern sowie aus einigen asiatischen Staaten hinzu. Die größten Unterschiede ergeben sich zwischen dem französischen Sprachraum im Osten des Landes und dem größeren englischen Sprachraum. Gerade die vielen Gegensätze innerhalb des Landes haben aber auch zu einer großen Vielfalt und Toleranz bei einem Großteil der Kanadier geführt. So versammeln sich unter anderem die Indianer der verschiedensten Reservate in jedem Sommer zu großen ausgelassenen Festen. Bei diesen „Pow-wows“ werden mit bunten Gesangs- und Tanzwettbewerben die Traditionen der Ureinwohner weitergeführt. Dabei sind auch jederzeit fremde Besucher herzlich willkommen.Feiertage in Kanada
So vielfältig wie die verschiedenen Kulturen werden in Kanada auch die Feiertage gefeiert. So unterscheiden sich unter anderem die Weihnachtsbräuche in den verschiedenen kanadischen Provinzen. Während im Norden des Landes bei den Eskimos an den Weihnachtstagen das große Winterfest „Sinck Tuck“ mit Tanz und Gesang gefeiert wird und Geschenke verteilt werden, gehört es zum Beispiel in Labrador in der Provinz Neufundland zur Tradition, Rüben an Kinder zu verschenken. Diese höhlen die Rüben aus, stecken eine Kerze hinein und zünden diese an. Die kanadische Atlantikküste, die im Laufe der Historie von den Schotten besiedelt wurde, ist dagegen stark von den britischen Weihnachtstraditionen geprägt. So werden am Weihnachtsmorgen vor allem englische Weihnachtslieder gesungen. In fast allen kanadischen Haushalten, die in der Weihnachtszeit aufwendig mit zahlreichen Lichterketten und Weihnachtsfiguren geschmückt werden, kommt am Weihnachtstag ein großes traditionelles Weihnachtsessen mit Truthahn und einer süßen Nachspeise auf den Tisch. Außerdem darf der traditionelle Mistelzweig über den Türrahmen nicht fehlen. Weitere wichtige Feiertage in Kanada sind der „Victoria Day“ im Mai anlässlich des Geburtstages der britischen Königin, der Canada Day am 1. Juli, der kanadische Nationalfeiertag, sowie das Erntedankfest am zweiten Montag im Oktober.
Drängeln verboten
Trotz der überwiegend lockeren Umgangsformen wird in Kanada traditionell auch sehr viel Wert auf Pünktlichkeit und vor allem auf Höflichkeit gelegt. Tatsächlich drängeln und schimpfen die Kanadier, der sich vor allem auch durch Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit auszeichnet, nur selten. Jeder wartet meist ganz geduldig, bis er an der Reihe ist. Bei Besuchen in Restaurants sucht man sich den Sitzplatz nicht selbst aus, sondern wartet, bis man von der jeweiligen Bedienung an den Platz geführt wird. Sollten die bestellten Speisen nicht aufgegessen werden, ist es selbst in teuren Edel-Restaurants üblich, sich die Reste einpacken zu lassen und diese mitzunehmen. Zudem gilt das Naseputzen am Tisch in Kanada als äußerst unhöflich. Bei der Begrüßung gibt es innerhalb Kanadas Unterschiede. Während im englischsprachigen Teil der Handschlag normal ist, neigt man im französischen Teil überwiegend zur Begrüßung mit Umarmung und Küsschen.
Rauchverbot und „verbotene Themen“
In öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln ist das rauchen strikt verboten. In öffentlichen Gesprächen sollte man es dringend vermeiden, die Kanadier mit den US-Amerikanern zu vergleichen und heikle, politische Themen anzuschneiden. Zu diesen „verbotenen Themen“ gehören unter anderem die Ureinwohner oder die äußerst brisante Umweltpolitik. Bei Einladungen zu Festen sollte man es nicht versäumen, dem Gastgeber ein kleines Geschenk als Dankeschön für die Einladung mitzubringen. Während des Essens sind Gespräche über geschäftliche Themen tabu.








