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166 Days Ago
Geschichte
Die Geschichte Kanadas reicht mehr als zwölf Jahrtausende zurück. Während sich die nacheiszeitliche Landschaft durch Abschmelzen des Eises einer neuen Flora und Fauna öffnete, boten sich auch den frühen menschlichen Bewohnern günstigere Lebensmöglichkeiten. Dabei entwickelten sich in einem langen Prozess unter Einwanderung weiterer Gruppen aus Asien sehr stark voneinander abweichende Kulturareale, die von Inuit, die sich den arktischen Bedingungen angepasst hatten, über halbnomadische Kulturen bis zu Bauernkulturen reichten.
Starke kulturelle Veränderungen, weitläufige Verdrängungsprozesse und Nomadisierung, vor allem durch das von Spaniern mitgebrachte Pferd, aber auch durch die Kriege der Irokesen, wurden durch Europäer bereits zwischen 1500 und 1600, besonders aber im 19. Jahrhundert ausgelöst, unter vielfach starkem Rückgang der indigenen Bevölkerung durch Epidemien. In dieser Zeit wurde durch Zwangsmittel und Verträge die Indianer in Reservate abgedrängt, um der Ansiedlung europäischer Einwanderer Platz zu machen.
Dabei kam es zu Konflikten zwischen Briten und Franzosen im Osten, zu denen im Westen Spanier und Russen kamen. 1763 verloren die Franzosen ihre Kolonie Neufrankreich an die Briten, jedoch machten sich zwei Jahrzehnte später ihre Kolonien weiter im Süden unabhängig, womit die USA entstanden. Den frankophonen Bewohnern des britisch gebliebenen Teils Nordamerikas, die vor allem in der Provinz Québec lebten, machte London eine Reihe von Konzessionen. Sie unterstützten daraufhin die britischen Kolonialmacht in zwei Kriegen erfolgreich gegen die USA. Den Westen und Norden verwaltete die private Handelsgesellschaft der Hudson’s Bay Company.
Der Expansionsdrang der USA veranlasste London, dem verbliebenen Gebiet 1867 weitgehende Selbstständigkeit einzuräumen. Bis 1873 schlossen sich die britischen Kolonien zwischen Atlantik und Pazifik diesem Dominion an, das zudem 1869 begann, das riesige Gebiet der Hudson’s Bay Company aufzukaufen.
Britisches Kapital und eine enge Bindung an das Britische Empire sorgten für einen massiven Ausbau der Infrastruktur in Form von Kanälen, Straßen und vor allem Eisenbahnen. Damit sollte das dünn besiedelte, riesige Land stärker integriert und gegen immer wieder aufkeimenden Separatismus und Strömungen, die den Anschluss an die USA forderten, absichern. Zudem förderte dies den Warenaustausch innerhalb des Landes und mit dem britischen Weltreich, und es erleichterte die Besiedlung.
Mit dem Niedergang Großbritannien als Weltmacht und dem Aufstieg der USA lehnte sich Kanada vor allem seit der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg immer stärker an den südlichen Nachbarn an, was schließlich im Beitritt zu einer ganz Nordamerika umfassenden Freihandelszone im Jahr 1994 mündete (NAFTA). Dennoch sind sowohl britische Traditionen, als auch die der Ureinwohner weiterhin allgegenwärtig, was sich sowohl in den politischen Strukturen, als auch in der Kultur, oder etwa darin ausdrückt, dass Nunavut 1999 eine ausgeprägte Autonomie für die dort überwiegend lebenden Inuit erlangte. Zudem bewirkte das französische Vorbild, dass auch anderen Regionalkulturen das „Recht auf Andersartigkeit“ zusteht. Dies wirkt sich – nach zahlreichen rassistisch motivierten Übergriffen, die von Diskriminierung über entsprechende Gesetze bis hin zu Enteignung und Internierung reichten – etwa in der Einwanderungspolitik gegenüber Chinesen und Japanern aus, wobei Chinesen inzwischen einen größeren Bevölkerungsanteil stellen, als die Ureinwohner.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Geschichte Kanadas aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.









